Warum muss die Spar- und Bauverein eG ihre Mieten anpassen?
In den vergangenen Jahren sind die Kosten für Energie, Personal und Baumaterial deutlich gestiegen. Gleichzeitig sind wir gesetzlich verpflichtet, unseren Gebäudebestand bis 2045 klimaneutral umzurüsten. Das erfordert hohe Investitionen: Alte Gas- und Ölheizungen werden durch Wärmepumpen oder Fernwärme ersetzt, Gebäude werden besser gedämmt und technisch modernisiert. Für diese energetischen Modernisierungen und die laufende Instandhaltung rechnen wir mit insgesamt 878 Millionen Euro, davon entfallen rund ein Drittel auf Klimaschutzmaßnahmen. Pro Jahr investieren wir etwa 38 Millionen Euro. Diese Dimension macht eine Anpassung der Nutzungsentgelte (also die Mieten) notwendig.
Warum können diese Investitionen nicht ohne höhere Mieten finanziert werden?
Die Genossenschaft hat nur eine Einnahmequelle: die Mieten. Aus diesen werden alle Ausgaben gedeckt: Dazu zählen Instandhaltung, Modernisierung, Verwaltung, Kredite und die energetische Erneuerung des Bestands. Es gibt keine Gewinnausschüttung an Dritte, jeder Euro fließt zurück in die Wohnungen. Zusätzlich müssen wir finanzielle Rücklagen für künftige Aufgaben bilden. Trotz der Anpassung liegen unsere Mieten weiterhin deutlich unter dem Dortmunder Durchschnitt: Bei Wiedervermietung beträgt die durchschnittliche Angebotsmiete 6,66 Euro pro Quadratmeter, während der städtische Durchschnitt bei 8,97 Euro pro Quadratmeter liegt.
Wie hoch ist die Mietanpassung?
In den vergangenen Jahren haben wir die Mieten stets nur sehr zurückhaltend angepasst. Das reichte bislang aus, um steigende Kosten auszugleichen. Mittlerweile sind unsere Ausgaben jedoch deutlich schneller gestiegen als die Einnahmen – vor allem aufgrund der hohen Anforderungen der Energiewende und der stark gestiegenen Zinsen für bestehende Kredite. Um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern, haben unsere Gremien nach sorgfältiger Beratung beschlossen, die Mieten gemäß den gesetzlichen Vorgaben moderat anzupassen, und zwar maximal bis zu 90 Prozent des Mittelwerts des Mietspiegels.
Betroffen sind ausschließlich Mietverhältnisse, in denen seit mindestens drei Jahren keine Erhöhung stattgefunden hat. Die Anpassungen werden seit April 2025 schrittweise verschickt, die ersten sind zum 1. Juli 2025 in Kraft getreten.
Wie läuft die Zustimmung zur Mietanpassung ab?
Für jede Mietanpassung muss die Zustimmung der Bewohner:innen eingeholt werden, denn das ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Ablehnung ist nur möglich, wenn die Anpassung formal oder rechtlich nicht korrekt ist. Alle Berechnungen werden jedoch sorgfältig geprüft und bestätigt.
Warum gibt es bei SPARBAU keine reine „Kostenmiete“?
Als Genossenschaft verfolgen wir einen langfristigen, gemeinschaftlichen Ansatz. Unser Ziel ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern der Erhalt und die Weiterentwicklung unseres Wohnungsbestands zum Nutzen aller Mitglieder. Überschüsse bleiben daher in der Gemeinschaft: Sie fließen in Rücklagen, stärken das Eigenkapital und werden teilweise als Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet. Dadurch liegen unsere Mieten seit Jahren deutlich unter dem Dortmunder Durchschnitt.
Schützt die Mietpreisbremse vor einer Mietanpassung?
Die Mietpreisbremse gilt ausschließlich bei Neuvermietungen. Sie begrenzt die Miete auf höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Für bestehende Mietverhältnisse gilt dagegen die Kappungsgrenze: Innerhalb von drei Jahren darf die Miete um maximal 15 Prozent steigen, sofern die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschritten wird. Bei SPARBAU liegen sowohl die Bestandsmieten als auch die Mieten bei Neuvermietung unter der ortsüblichen Vergleichsmiete. Damit bieten wir bereits einen Schutz, der über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht.
Was passiert, wenn jemand Schwierigkeiten hat, die Miete zu zahlen?
Unser Team berät Sie persönlich und vertraulich. Gemeinsam prüfen wir, ob ein Anspruch auf Wohngeld oder andere finanzielle Hilfen besteht, und unterstützen bei der Kontaktaufnahme mit den zuständigen städtischen Stellen. Wir lassen niemanden allein – das ist gelebte Genossenschaft.