20.06.2015

Gemeinsame Aktion mit der EDG

„Der Recyclinghof kommt!“, hieß es am 20. Juni im Althoffblock. Die Anwohner kamen auch - und bewiesen erneut den hohen Bedarf der Dortmunder Wohnungswirtschaft an haushaltsnahen Sammlungen in Wohnquartieren.

 

Samstagmorgen, 10 Uhr, Ecke Neuer Graben/Steubenstraße.

Die Mitarbeiter der Entsorgung Dortmund (EDG) sind gerade eingetroffen mit dem „rollenden Recyclinghof“. Der besteht aus zwei Pritschenwagen, einem Sperrmüllfahrzeug sowie dem Schadstoff- und dem Infomobil.

Schon strömen die Menschen aus ihren Wohnungen. Karl-Heinz Reckzeh (80) kommt mit Farbeimern, Sprühdosen und Resten von Verdünnungsmitteln, die ihm das Team im Schadstoffmobil kostenlos abnimmt. „Ich finde den Service klasse“, sagt der Senior. Er habe kein Auto, deshalb sei der Recyclinghof für ihn wie für viele andere Bewohner im Althoffblock schwer zu erreichen. „Solche Sammlungen müssten zur festen Einrichtung werden“, findet er. „Einmal im Jahr würde völlig reichen.“

Unterdessen haben die fünf EDG-Mitarbeiter am Pritschenwagen und am Sperrmüllfahrzeug alle Hände voll zu tun. Ohne Verschnaufpause, hochmotiviert und tatendurstig, verstauen die Männer Geschirrspüler,  Waschmaschinen, Drucker und Laptops auf die Ladefläche. Sie hieven ausrangierte Sofas ins Sperrmüllfahrzeug, wuchten Schranktüren, Tischplatten und Küchenschränke hoch. Auch Irfan Simsek und Ahmed Soylu schleppen, tragen und heben Lasten wie am Fließband, obwohl sie die letzte Mahlzeit viele Stunden vorher, um 3 Uhr nachts, zu sich genommen haben – und die nächste erst wieder um 22 Uhr. Sie sind Moslems und mitten in der Fastenzeit Ramadan. „Ach was“, winken sie lachend ab, „das macht uns nichts.“
 
Sparbau-Berwohner Sascha Berger (48) steht mit Kanistern von Altöl, Lösungsmitteln und Farbe vor dem Schadstoffmobil und hat eine Frage: Er habe noch einen alten Röhrenfernseher in der Wohnung, den er selber nicht tragen könne. Ob die EDG-Mitarbeiter vielleicht helfen könnten? „Das wäre ganz prima.“ Schon haben sich zwei Männer die Sackkarre geschnappt und ziehen los. Wie so oft an diesem Morgen. Auch der Transport aus Wohnung und Keller gehört zum Service.

Die Flut der Menschen, die ihr Alt-Material entsorgen möchten, reißt auch nach einer Stunde nicht ab. Anwohnerin Christa Stewen hat den Keller entrümpelt und nähert sich mit vier Schrubbern und einem Liegestuhl. Die Sammelaktion von EDG und Spar- und Bauverein, die sich an diesem Samstag an Mieter in 800 Haushalten richtet, kommt ihr wie gerufen. „Sonst stünden die Sachen jahrelang im Keller, denn ohne Auto ist der Recyclinghof für mich nicht zu erreichen.“

Auch sie plädiert für eine möglichst dauerhafte Wiederholung der haushaltsnahen Sammlung, bei der Bewohner des Spar- und Bauvereins Sperrmüll, Elektrogeräte, Hartkunststoffe, Alt-Textilien und Metalle gegen eine geringe Gebühr loswerden können und Schadstoffe sogar kostenlos. „Handys? Die können Sie auch in die gelbe Tonne werfen“, erklären die beiden EDG-Abfallberater Heidi Sundag und Christoph Schulz einem älteren Herren.

Bis 16 Uhr steht der rollende Recyclinghof für die Anwohner zur Verfügung. Aber schon nach einer guten Stunde kann Barbara Siebert, beim Spar- und Bauverein zuständig für das Abfallmanagement, ein erstes und erfreuliches Zwischenfazit ziehen. „Die Aktion kommt bei den Bewohnern toll an. Vor bei allem bei älteren Menschen, die nicht mobil sind oder die ein Handicap haben und den Recyclinghof schwer oder gar nicht erreichen würden.“ Eine solche haushaltsnahe Sammlung, die insgesamt zweite dieser Art im Althoffblock, sei eine gute und geeignete Maßnahme, die Wohnsituation und das Wohnumfeld weiterhin angenehm zu gestalten.

Seit Einführung desgenossenschaftseigenen Abfallmanagements 2002 vor allem in größeren Wohnanlagen sei es in Zusammenarbeit mit der EDG gelungen, durch ein Bündel von Maßnahmen die Betriebskosten um rund 600.000 Euro zu senken. Dazu gehörten regelmäßige Füllstandskontrollen und eine Anpassung der Behältervolumina, auch die kontinuierliche Pflege der Stellplätze. Um Fremdwürfe zu vermeiden, seien inzwischen rund drei Viertel aller Haushalte des Spar- und Bauvereins mit verschließbaren Tonnen ausgestattet. Den Erfolg beschreibt Barbara Siebert so: „Die Kosten sinken, die Wohnqualität steigt.“

Nach eineinhalb Stunden ist der erste Pritschenwagen voll und wird zur Umladestation in der Pottgießerstraße gefahren. „Bitte wiederholen, die Aktion!“, wünscht sich Mieterin Elke Vahland. Sie hat soeben drei Farbeimer abgeliefert, „für die ich nicht extra zum Recyclinghof gefahren wäre.“ Hannelore Huber kommt gleich zweimal: Erst trägt sie einen alten Staubsauger heran, einen Aktenvernichter und eine Kettensäge. Dann stellt sie eine Büste aus Hartgummi ab. EDG-Kundenberater Christoph Schulz staunt: „Die wollen Sie wirklich loswerden?“

Stunden später, kurz vor Feierabend um 16 Uhr, hat sich der zweite Pritschenwagen gefüllt, und auch der große Sperrmülltransporter ist zu drei Vierteln voll geworden. Rund 100 Mieter haben den „rollenden Recyclinghof“ genutzt, um ihre Materialien loszuwerden.. Unter dem Strich haben die EDG-Mitarbeiter 4 Tonnen Sperrmüll und 720 Kilogramm Elektromaterialien gesammelt. Der Spar- und Bauverein möchte die Aktion im nächsten Jahr 2016 wiederholen – dann für die Haushalte im unteren Teil des Althoffblocks.  

 
   

Kontakt:

Nicole Brückner-Lotsch | Pressereferentin Spar- und Bauverein eG | Kampstr. 51 | 44137 Dortmund Tel. 0231 18203-176 | brueckner-lotsch[at]sparbau-dortmund.de

 

Gemeinsame Aktion von EDG und Spar- und Bauverein